Medizinethik zeigt sich in der Fähigkeit, auch unter Unsicherheit begründete Entscheidungen zu treffen, sie klar zu kommunizieren und ihre Konsequenzen verantwortungsvoll zu tragen.
Darf, muss oder sollte ich eine Therapie fortführen? Was ist der Nutzen der Therapie und welches Therapieziel sollten wir verfolgen? Wie gehe ich mit divergierenden Patientenwünschen und medizinischer Indikation um? Wann ist eine Therapiebegrenzung ethisch und fachlich vertretbar? Wie lassen sich Konflikte mit Angehörigen oder im Behandlungsteam konstruktiv bearbeiten?
Die medizinische Praxis ist geprägt von komplexen Entscheidungssituationen im Spannungsfeld zwischen medizinischer Indikation, Patientenautonomie, Fürsorgepflicht, interdisziplinärem Kontext und ökonomischen Rahmenbedingungen. Ärzt:innen tragen dabei eine besondere Verantwortung: Sie treffen richtungsweisende Entscheidungen, tragen medizinische und rechtliche Verantwortung und gestalten interprofessionelle Behandlungsprozesse.
Pflegefachkräfte, Therapeut:innen und andere Gesundheitsfachpersonen leisten durch ihre kontinuierliche Beobachtung, fachliche Expertise und ihre Perspektive auf die Patient:innen einen entscheidenden Beitrag zur Beurteilung dieser Situationen und sind wesentlich an der Umsetzung medizinischer Entscheidungen beteiligt.
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Ethisch kompetent!
Dieses Seminar stärkt die Fähigkeit, ethisch herausfordernde Situationen strukturiert zu analysieren, medizinische Entscheidungen fundiert zu begründen und im Team sowie gegenüber Patient:innen transparent zu kommunizieren. Die interprofessionelle Reflexion unterstützt dabei, Unsicherheiten zu klären, Rollen und Verantwortung bewusst wahrzunehmen und moralischem Stress vorzubeugen.
Ziel des Seminars ist es, die ethische Entscheidungs- und Handlungskompetenz von Teilnehmer:innen systematisch zu stärken.
Die Inhalte werden durch fachlichen Input sowie anhand moderierter Diskussionen, Reflexionsübungen, konkreter Praxisfälle, strukturierter ethischer Fallanalysen und kollegialen Austauschs erarbeitet.
Nach Abschluss des Seminars können die Teilnehmer:innen
- medizinische Entscheidungssituationen mithilfe strukturierter ethischer Analyseverfahren reflektieren.
- Indikation, Patientenautonomie und Fürsorgepflicht differenziert abwägen.
- ärztliche, pflegerische und therapeutische Verantwortlichkeiten im Spannungsfeld von Individualwohl, Teamdynamik und institutionellen Rahmenbedingungen einordnen.
- Therapiebegrenzungen und Prognoseentscheidungen ethisch fundiert begründen.
- komplexe Entscheidungen transparent und adressatengerecht kommunizieren.
- Konflikte im interprofessionellen Team konstruktiv bearbeiten.
- strukturelle und organisationale Einflussfaktoren auf Entscheidungsprozesse analysieren und professionell damit umgehen.
Ihr Nutzen
- Sicherheit im Umgang mit komplexen medizinethischen Entscheidungssituationen.
- Argumentations- und Begründungssicherheit gegenüber Patient:innen, Angehörigen und im Team.
- Kommunikationssicherheit in schwierigen Gesprächen.
- Klarheit im Umgang mit Therapiebegrenzung und Prognoseentscheidungen.
- Reflektierter und professioneller Umgang mit strukturellen und institutionellen Rahmenbedingungen.
- Reduktion von moralischem Stress durch strukturierte ethische Reflexion.
Voraussetzung
Das Seminar lebt vom offenen fachlichen Austausch. Teilnehmer:innen bringen die Bereitschaft mit, eigene Entscheidungsroutinen zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven im Teamkontext zu diskutieren.
Zielgruppe
Mediziner:innen, Pflegepersonen und Therapeut:innen, interessierte Personen aus allen Berufsgruppen.
Format und Termine
Interprofessionelles Seminar. Termine nach Vereinbarung.